✨Hörspiel: Tischlein deck dich! | Sonderfolge

Frohes Fest! Wir haben euch etwas Tolles vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem studentischen Theater malTHEanders präsentieren wir euch das Märchen „Tischlein deck dich“ – in einer von malTHEanders neugedichteten Version. Die Produktion und Veröffentlichung stammt komplett von malTHEanders. Wir dürfen mit ihrer Erlaubnis deren Hörspiel auch euch präsentieren. Und jetzt viel Spaß beim Hören!

Inhalt des Hörspiels

  • Ab 00:00:00 – Intro, Begrüßung
  • Ab 00:00:15 – Tischlein deck dich
  • Ab 00:26:50 – Das Schicksal der Ziege
  • Ab 00:28:50 – Abspann

Zusammenfassung des Hörspiels

Es war einmal eine arme Schneiderin. Sie hatte einen Sohn, zwei Töchter und eine Ziege. Die Ziege ernährte alle mit ihrer Milch und musste daher jeden Tag gutes Futter haben.

Doch die Ziege war ein garstiges Scheusal und erzählt Lügen, so dass die Schneiderin alle ihre Kinder mit der Zeit fortjagte, um am Ende auch von der Ziege betrogen zu werden. Die Schneiderin, als sie so ganz einsam in ihrem Hause saß, verfiel nun in große Traurigkeit und hätte ihre Kinder gerne wieder gehabt, aber, niemand den sie fragen konnte, wusste wo sie hingeraten waren.

Hannah, die älteste, war zu einem Schreiner in die Lehre gegangen, da lernte sie fleißig und unverdrossen, und als ihre Zeit herum war, gab ihr Meister ihr einen ewig magischen Tisch.

Die zweite Tochter indes, Claudia, war bei einem Müller in die Lehre gegangen. Auch sie lernte fleißig und unverdrossen das Müllershandwerk und als sie ihre Jahre herum hatte, schenkte ihr Meister ihr einen Esel von einer besonderen Art. Er zieht nicht am Wagen und trägt auch keine Säcke, aber wenn man ihn auf ein Tuch stellt und spricht „Bricklebrit,“ so speit das gute Tier Goldstücke aus, hinten und vorn.

Alle beiden wurden von einem Wirt betrogen und um ihre Wunschdinge gebracht.

Michel, der jüngste Sohn, indes war bei einem Drechsler in die Lehre gegangen. Und weil es ein kunstreiches Handwerk ist, musste er am längsten lernen. Seine Schwestern aber meldeten ihm in einem Brief wie schlimm es ihnen ergangen war, und wie sie der Wirt noch am letzten Abend um ihre schönen Wunschdinge gebracht hatte. Als der Drechsler nun ausgelernt hatte und wandern sollte, gab sein Meister ihm einen Sack mit einem Knüppel darin und sprach:

Hat dir jemand etwas zu Leid getan, so sprich nur „Knüppel, aus dem Sack,“ so springt dir der Knüppel heraus unter die Leute und tanzt ihnen so lustig auf dem Rücken herum, dass sie sich acht Tage lang nicht regen und bewegen können; und eher lässt er nicht ab als bis du sagst: „Knüppel, in den Sack.“

Michel quartierte sich daraufhin beim Gasthof ein. So schlich sich der Wirt des Nachts in das Zimmer des Drechslergesellen, um den Sack gegen seinen eigenen auszutauschen. Michel hatte allerdings nur so getan, als würde er schlafen und sobald der Wirt die Hand an den Sack legte rief er: „Knüppel, aus dem Sack.“ Sofort schoss das Knüppelchen heraus, dem Wirt auf den Leib, und rieb ihm die Nähte dass es eine Art hatte. Der Wirt schrie zum Erbarmen, aber je lauter er schrie, desto kräftiger schlug der Knüppel ihm den Takt dazu auf dem Rücken, bis er endlich erschöpft zur Erde fiel.

Der Wirt gab Michel alles wieder zurück und dieser kehrte zu seiner Familie zurück und gehieß seinen Schwestern ihre Habe wieder an sich zu nehmen. Die Schreinergesellin gehieß ihren Zaubertisch „Tischlein deck dich!“ und so war es gedeckt und mit den schönsten Schüsseln reichlich besetzt. Da ward eine Mahlzeit gehalten, wie die gute Schneiderin noch keine in ihrem Hause erlebt hatte, und die ganze Verwandtschaft blieb beisammen bis in die Nacht, und waren alle lustig und vergnügt. Die Schneiderin verschloss Nadel und Zwirn, Elle und Bügeleisen in einen Schrank, und lebte mit ihren drei Kindern in Freude und Herrlichkeit.

Quellen & Links

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